Entstehung des Bildes „Der Zauberlehrling“

Zu meinem letzten Bild

Der Zauberlehrling

wurde ich jetzt schon mehrfach gefragt wie ich das gemacht hätte. In diesem Blog Eintrag möchte versuchen das zu beschreiben.

Am Anfang stand die Idee, ein Bild mit einer Glas- oder Zauberkugel zu schaffen. Mein Model Dani war hierfür mit ihrer Glatze bestens geeignet. Als Ersatz für die Kugel habe ich ihr einen kleinen Fußball in die Hand gedrückt und ihr genau erklärt was ich mir später vorstelle wenn das Bild fertig ist. Damit der Blick dann auch entsprechend wirkt. Das Original sah dann so aus:

Zuerst habe ich etwas retouchiert, da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht genau wußte ob ich eine Glaskugel (halbtransparent) verwenden möchte, mußte das was hinter dem Ball zu sehen wäre noch aus einem anderen Bild eingefügt werden. Das wurde dann aber unrelevant, da ich mich für eine komplett deckende Kugel entschieden habe.

Da mir die Sättigung der Haut etwas zu stark war, habe ich eine Einstellungsebene Dynamik eingefügt die es seit CS4 gibt. Dort habe ich die Dynamik um 34 zurückgenommen.

In einer Einstellungsebene Gradationskurve habe ich die unteren Bereiche des Hintergrundes, wo man diese häßlichen schwarzen Streifen sieht, beseitigt.

Durch die horizontale Gradationskurve wird alles neutralgrau. Das habe ich mit einer weichen Maske auf die störenden Bereiche beschränkt:

Als nächstes habe ich einen Hintergrund eingefügt – hierfür habe ich eine kleine Auswahl an Texturen gesammelt.

Wie Ihr auf der Miniatur erkennen könnt war der Hintergrund eher rostrot und hat nicht zur Farbstimmung gepaßt die ich mir für dieses Bild eher bläulich/cyan vorgestellt hatte. Also hab ich den Hintergrund zuerst entsättigt und dann mit einer Gradationskurve die Farbe so angepaßt daß sie mir zugesagt hat. In diesem Fall rot etwas nach unten gezogen, grün eien Tick nach oben und blau noch weiter nach oben. das muß man aber ausprobieren. Damit die Entsättigung und das Färben nur auf den Hintergrund wirkt, habe die beiden Einstellungsebenen jeweils als Schnittmaske zur Hintergrundebene angelegt (Alt+Klick zwischen die Ebenen).  Der Hintergrund wird dann im Modus Hartes Licht auf den grauen Hintergrund des Originals übertragen und nimmt somit die Schatten des grauen Hintergrundes auf. Die Freistellung habe ich mit dem Schnellauswahlwerkzeug gemacht und dann mit dem in CS5 revolutionär verbesserten Kante verbessern Dialog weiter angepaßt.
Damit der Hintergrund wirklich weiter hinten wirkt, habe ich ihn noch mit dem Filter Tiefenschärfe abmildern realistisch weichgezeichnet.

Das Bild sieht mittlerweile so aus:

Um mit Dodge&Burn die Plastizität im Gesicht zu erhöhen und zu betonen, habe ich zwei Einstellungsebenen Gradationskurve angelegt im Modus Luminanz. Die eine der Ebenen steht auf die Standardeinstellung Heller die andere auf Dunkler. Jeweils werden die Masken schwarz gemacht. (Bei mir ist das gleich in einer Aktion gespeichert und die beiden Ebenen werden zusammen in eine Gruppe gepackt). Jetzt habe ich mit einem weichen Pinsel mit 100% Deckkraft und 5% Fluß und weißer Farbe auf der einen Ebene nachbelichtet und abgewedelt (Dodge & Burn). Hier gibt es speziell für Gesichter einige Regeln, die man besonders gut in Schminkbüchern findet.

Die Kugel habe ich in Photoshops 3D Modul gebastelt. In Detail möchte ich hier nicht gehen. Ein zwei Tipps gibt es im Blogeintrag vorher. Falls es Euch interessiert, bitte melden. Dann werde ich dazu einen eigenen Blogeintrag verfassen.

Nachdem die Kugel in einer eigenen Gruppe mitsamt dem Blitzen vorhanden war, habe ich diese auf eine eigene Ebene zusammengefaßt und jeweils so verkleinert, daß eine Augen-Reflexion glaubhaft aussah. Diese Ebenen habe ich dann im Modus Farbig Abwedeln über die Augen gelegt. Wir haben jetzt folgendes Bild:

Um den Vordergrund mit dem Hintergrund glaubhaft verschmelzen zu lassen fehlt dem Bild noch die nötige Farbgebung. D.h. der Vorder und Hintergrund sollte aussehen wie wenn er dem gleichen Licht ausgesetzt war. Hierfür habe ich angefangen mit einer Gradationkurve wo ich diesmal auf das ganze Bild bezogen rot etwas nach unten und grün, blau etwas nach oben gezogen habe. Dadurch bekommt das Bild einen leichen Blau/Cyan Touch.

Anschließend habe ich mein Aktion Vignette laufen lassen (bei Interesse melden) die mir die Randbereiche entsprechend abgedunkelt hat. Jetzt sieht das Bild schon so aus:

Da mir die Kontraste noch zu flau waren, habe ich noch eine S-förmige Gradationskurve hinzugefügt. Hier muß man immer überleben ob es einem die Farben zu sehr verstärkt durch die Kontrasterhöhung. Dann kann man in dem Ebenenmodus Luminanz wechseln.

Zuletzt wollte ich das ohnehin schon sehr schön ausgeleuchtete Hemd weiter betonen und habe dafür den Filter Unscharf maskieren mit Stärke 80% und Radius 30Px nur auf das Hemd mit einer Ebenenmaske angewandt.

Der letzte Schritt ist dann immer das Schärfen und das fertige Bild sehr Ihr ganz oben.

Hier noch die Ebenenpalette:

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4 Gedanken zu „Entstehung des Bildes „Der Zauberlehrling“

  1. Hallo Martin, das ist ja wie aus dem Lehrbuch. Super beschrieben. Bis ich so was mal ausprobiere, werde ich wohl noch einige Stunden mit PS verbringen.

    Danke für die Arbeit die du da reingesteckt hast. Wenn du so weitermachst, wird dein Blog wohl bald sehr bekannt werden.

    Viel Erfolg und Freude weiterhin.

    Peter

  2. Hallo Martin,
    das ist ja mal eine Beschreibung! Und so detailliert und gut beschrieben. Ich werde mich auf diese Seite noch öfter begeben. Ganz interessante Ansätze, die ich sicherlich in nächster Zeit mal umzusetzen versuche. Vielen Dank dafür!
    Herzliche Grüße
    Sabine

  3. Ich hatte dir eben schon auf fc geschrieben. da bin ich im forum zufällig auf deine verlinkung gestoßen und hab somit deinen blog entdeckt.
    dieser beitrag hier ist ganz nach meinem geschmack.
    tolle idee! und die beschreibung ist optimal!
    beste grüße…oli

  4. Hallo Martin,

    ich bin zufällig über den Blog von Calvin auf Deinen gestoßen und werde künftig sicher öfters vorbeischauen – das was ich hier sehe, gefällt mir wirklich sehr gut 🙂

    Viele Grüße aus Wiesbaden

    Stefan

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