Kontraste, Mikrokontraste, HDR-Look

Eine Zeit lang war der HDR-Look total hipp. Programme wie Photomatix wurden verkauft wie warme Semmeln. Wie geht aber sowas mit Photoshop?

Es gibt in Photoshop mehrere Möglichkeiten sowas zu erreichen. Einige möchte ich hier vorstellen, die alle unabhängig voneinander aber auch kombiniert werden können :

  1. Tiefen Lichter
  2. Unscharf Maskieren
  3. Einstellungsebenen in einem bestimmten Ebenenmodus
  4. Eine RAW-Doppelentwicklung
  5. Helle oder dunklere Details zurückholen

  1. Tiefen Lichter
    Es gibt seit CS/2 den Tiefen Lichter Filter – komischerweise unter Bild/Anpassungen zu finden. Mit diesem kann man sehr schön zum einen die Tiefen heller machen und die Lichter dunkler und mit dem Regler Mittelton-Kontrast in den Mitteltönen gezielt den Kontrast erhöhen. Ich verwende diesen oft als Vorbereitung damit bei den späteren Maßnahmen nicht die Tiefen absaufen oder die Lichter ausbrennen. Immer zuerst die Ebene in ein SmartObjekt umwandeln, damit der Dialog erneut aufrufbar bleibt. Das geht mit einem Rechtsklick auf die Ebenenbeschriftung der Ebene und dann:

    (deswegen habe ich oben auch geschrieben, daß es sich eigentlich um einen Filter handelt)

    Hier noch der Vorher/Nachher Vergleich

    Vorher

    Nachher mit +90 Mittelton Kontrast & 15% Tiefen
  2. Der Filter Unscharf Maskieren (kurz USM). Dieser wird mit niedriger Stärke (30%-50%) und hohem Radius (20-100) aufgerufen. Hier muß man etwas spielen. Wenn Halos entstehen (helle Säume – z.B. am Himmel) dann kann man mit dem Regler Schwellenwert festlegen wie stark sich die scharfgezeichneten Bereiche unterscheiden müssen bevor sie schargezeichnet werden. Auch hier gilt es den Filter möglichst auf ein SmartObjekt loszulassen, da man dann nachträglich noch die Möglichkeit hat an den Werten zu drehen. Übrigens gibt es keine Patent-Filtereinstellung. Das ist sehr stark vom Motiv abhängig.
    USM Vorher
    USM Nachher mit 50/50/0

    Zusätzlich kann man natürlich auch Filter in einem anderen Ebenenmodus über das Bild legen – ähnlich wie die Einstellungsebenen, die ich hier erklärt habe. Dazu muß man beim SmartFilter hier einen Doppelklick machen:

    SmartFilter Einstellungen bearbeiten

  3. Einstellungsebenen in einem Licht-Modus. Also z.B. Weiches Licht, Hartes Licht usw. Welche Auswirungen das hat habe ich hier erklärt. Ich mag z.B. die Einstellungsebene Schwarzweiß, die ab CS3 neu hinzugekommen ist. Hier kann man die einzelnen Farben und damit die einzelnen Bildbereiche gut steuern. Beispielsweise habe ich hier folgende Einstellungen verwendet:

    und die Ebene in den Modus Weiches Licht versetzt mit voller Deckkraft:

    Mit dem Kanalmixer bekommt man übrigens auch recht gute Ergebnisse in den Lichter Modi. Einfach mal ein bißchen damit rumspielen.

    Vorher

    Schwarzweißebene auf Ineinanderkopieren
  4. Eine RAW-Doppelentwicklung. Dazu öffnet man das Bild über den RAW Konverter als SmartObjekt indem man die Shift Taste gedrückt hält – dann ändert sich in CameraRAW das Bild öffnen zu Objekt öffnen. In Photoshop klickt man dann mit der rechten Maustaste in der Ebenenpalette auf die Beschriftung des SmartObjekts und wählt:

    Damit erhält man ein selbständiges SmartObjekt, auf welches man nun doppelklickt um wieder in den Camera RAW Dialog zu kommen.
    (Kurz zur Erklärung: Würde man mit STRG+J einfach die Ebene duplizieren und dann eines der beiden SmartObjekte im CameraRAW Dialog ändern, ändert sich das andere automatisch mit – das ist eine der Eigenschaften von SmartObjekten – daher muß man sie durch obigen Dialog voneinander unabhängig machen)
    Dort stellt man nun recht wilde Werte ein um den Kontrast zu erhöhen. Hier ein Beispiel:

    Ich habe hier den Reparatur und Fülllicht Regler ganz nach rechts gezogen. Mit dem Schwarzregler justiert man dann das Bild so lange nach, bis es von der Helligkeit her wieder stimmt. Kontrast und Klarheit werden auch voll aufgezogen und mit dem Sättigungsregler wird das Bild entsättigt (das ist eigentlich nicht nötig, man ist dann aber durch die extremem Farben nicht abgelenkt). Wie gesagt – das ist nur ein Beispiel und kann von jedem selbst individuell eingstellt werden. Wir bestätigen den Camera RAW Dialog und sehen jetzt unser extremes Bild. Jetzt muß man noch den Ebenenmodus dieser extremen RAW Entwicklung auf Luminanz stellen und die Deckkraft evtl. noch anpassen.

    Damit übernehmen wir von der extremen Ebene nur die Helligkeitswerte in unser Bild, weswegen es auch (fast) unerheblich ist ob wir die Sättigung zurückdrehen im CameraRAW Dialog oder nicht.

    Vorher

    RAW Doppelentwicklung Nachher
  5. Helle oder dunklere Details zurückholen:
    Man erstellt zwei Kopien der aktuellen Ebene mit STRG+J
    Die obere der beiden wählen wir aus und invertieren sie (mit STRG+I – Achtung das geht mit einem SmartObjekt nicht – das muß man vorher rastern)
    Die obere invertierte Ebene machen wir zum SmartObjekt und setzen sie in den Modus Linear Nachbelichten.
    Das ganze sieht dann so aus:

    Wir markieren beide Ebenen und packen sie mit STRG+G in eine Gruppe. Bisher sehen wir nur schwarz 🙂 Wir stellen den Modus der Gruppe auf Negativ Multiplizieren und sehen keine Änderung im Bild 🙂
    Die Gruppe klappen wir auf und wenden auf die obere Ebene (die invertierte) den Gaußschen Weichzeichner an. Wenn wir jetzt den Regler nach rechts ziehen, sehen wir in unserem Bild wie die hellen Details verstärkt werden. Die Gruppe sieht jetzt so aus:

    Das Gleiche können wir mit dunklen Details machen. Man muß dabei nur anstatt Linear Nachbelichten den Mudus Linear Abwedeln und anstatt negativ Multiplizieren den Modus Multiplizieren verwenden.
    Hier spare ich mir jetzt mal den Vorher/Nachher Vergleich – das dürft Ihr selbst ausprobieren 😉

1. Tiefen Lichter

4 Gedanken zu „Kontraste, Mikrokontraste, HDR-Look

  1. Ich schließe mich mit einem herzlichen DANKE! an. Saubere Arbeit, werde sicherlich öfteers mal vorbeischauen.
    Gruß
    Leo

  2. Also HDR hat bei mir noch nie die ganz große Rolle gespielt weswegen ich auch auf die Investition in Photomatix verzichtet habe, aber diesen Blog-Eintrag lege ich jetzt gleich mal wie von dir beschrieben auf meinem E-Mail-Server ab.

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